Freitag, 5. Dezember 2008

Karimunjawa – long time ago

Nach ewig langer Zeit melde ich mich jetzt auch mal wieder zu Wort und obwohl mittlerweile schon wieder so viel passiert ist und mein Kopf voll mit Gedanken an Yogyakarta und Sumatra ist, will ich erstmal von der wunderschönen Inselgruppe Kariumjawa berichten, zu der Mas Ketut uns Freiwillige von DEJAVATO, die gerade irgendwo in Indonesien platziert sind, über das Wochenende Mitte November eingeladen hatte. Karimunjawa ist wie gesagt traumhaft, direkt von einem Traumstrand-Poster in die Wirklichkeit gesetzt, nur hat leider nicht die Sonne geschienen. Trotzdem gab es die Kokosnusspalmen am Strand und das Wasser war so unglaublich türkisfarben, durchsichtig und flach, dass man den Sand meilenweit sehen konnte, und es hätte sicherlich auch klischeehaft in der Sonne geglitzert, wenn denn welche da gewesen wäre. Jedenfalls haben wir also zwei Tage (eher nur eineinhalb, weil die Schiffe dahin nicht so oft fahren und wir uns an deren Zeiten halten mussten) zwischen Kalimantan und Java in Javanischen Meer verbracht. Mit dabei waren Mas Ketut, Oshin und Bu Asri (so eine Lehrerin, keine Ahnung, warum die genau mit war, vielleicht wollte sie ein bissle ausspannen) aus Indonesien, Sara, ich, Erin aus Kanada, Kyra aus God old Germany, Faustine aus Frankreich (die irgendwie sehr kompliziert ist und die ich nicht ganz verstanden hab mit ihren verwirrenden Erzählungen, aber so weit ich folgen konnte, arbeitet ihr Mann wohl für 1 ½ Jahre in Kalimantan und daher ist sie auch in Indonesien und hat nach dem Karimunjawa-Trip für zwei Wochen in Semarang gearbeitet) und Inteack aus Korea, der die zwei Wochen danach mit uns in Sulursari war und eine Woche Sara, eine Woche mich in die Schule begleitet hat. Wir waren ein lustiger Haufen und der Ausflug war wirklich ganz wunderbar und auch alle Fotos sind voll toll, weil wir alle so rundum glücklich aussehen (ich werde gleich natürlich auch versuchen, einige Fotos hoch zu laden). Das einzige nicht so gute an dem Ausflug war das Essen, denn weil wir ja vom Meer umgeben waren, gab es fast nur Fisch – mjam, ist ja nicht so meine Leibspeise, aber wir waren ja nur zwei Tage da! ;-) Jedenfalls haben wir gleich am Samstag ein Meeting mit der Schule auf Karimunjawa gehabt, wo wir erst noch beim Pfadfinderei-Training der Schüler zuschauen durften (was SEHR militärisch war, mit Gleichschritt und Hand-an-den-Kopf und lauter so ein Krims, irgendwie hab ich gar nichts Pfadfindermässiges entdecken können, oder gehört Flagge hissen dazu?), und dann hatten wir ein Volleyballmatch mit denen. Dann sind wir endlich an den Strand gegangen, aber nur wir Freiwilligen, scheinbar gehen die Indonesier nicht gerne schwimmen (würde ich auch nicht, wenn ich dabei immer so viel anziehen müsste :-) ). Das Wasser war – mir fällt kein besseres Wort ein, das es besser beschreibt – pisswarm und es war richtig merkwürdig, so lange im Meer zu sein ohne irgendwann zu frieren anzufangen! Ich würde so einen Strand gerne direkt hier neben Sulur haben!!
Der Sonntag hat mir noch viel besser gefallen als der Samstag, weil wir da zuallererst zu so einer anderen Insel hinausgefahren sind, um dann davor zu Schnorcheln. Wir hatten also die ganze Ausrüstung mit sexy Taucherbrille und so und auch einen Guide, der aber nicht viel gesagt hat (weil man ja unter Wasser bekanntlich nicht so viel versteht), uns dafür aber ganz viele tolle Riffe gezeigt hat und wir haben so viele Fische gesehen! Ich kann nur die Nemo-Fische namentlich aufzählen, der ganze Rest war bunt und mir unbekannt, aber sehr schön anzuschauen. Am besten war es, wenn man sich ganz still direkt über einem Riff auf dem Wasser treiben lassen hat (das ist nämlich so salzig, dass man auch ohne Bewegung nicht untergeht) und in Ruhe alles unter einem beobachtet hat. Ich hätte nur gerne Kontaktlinsen gehabt, dann hätte ich die ganze Vielfalt wohl noch schärfer wahrnehmen können! ;-) Wir durften auch einen Seestern anfassen, den der Guide hochgeholt hatte.
Danach kam das beste am ganzen Ausflug, wenn man das überhaupt irgendwie einteilen kann, aber wir sind dann zu so einer Art Schwimmbecken am Anleger gefahren, dass mit Steinen eingezäunt war, und darin schwammen – nach Oshins Zählung – 14 süße kleine Haie! Die waren so groß wie du, Julius, wenn du immer noch so groß bist, wie du warst, als ich losgefahren bin! Und weil sie kein zähes Menschenfleisch mögen, konnten wir mit ihnen herumschwimmen und haben einen Wer-fässt-die-meisten-Haie-an-Wettbewerb gestartet, den ich haushoch gewonnen hab – ich habe ganze 13 zu fassen bekommen! Aber ich hab auch eine spezielle Technik entwickelt, wenn ihr also Haie fangen wollt: wendet euch an mich! ;-) Die fühlen sich ein bisschen an wie Mikrofaser-Handtücher, nur ein bisschen rauer.
Das war dann auch schon alles, was wir gemacht haben; ich könnte ja noch viel mehr erzählen, aber ich bin einerseits zu faul und andererseits wird das hier sonst ein Roman, wenn ich euch alles erzählen würde, was ich gerne wollte. Also lad ich jetzt die Fotos hoch! :-)

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